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31.10.2019: Katastrophenszenario – Was ist zu tun, wenn es rasch gehen muss?

Jürg Schwengeler vom SIGEGS Vorstand begrüsste die 28 Teilnehmenden an dieser Weiterbildungsveranstaltung im gestylten Staatsarchiv des Kantons Zürich, dem wir herzlich für die Gastfreundschaft danken.

Danach übernahm Karin von Lerber, diplomierte Textilkonservatorin FH, Mitinhaberin der Firma prevart, die Leitung der Fortbildung und führte in das Thema ein. Sie zeigte die Phasen einer Katastrophe in einer Kulturinstitution auf und ging darauf ein, dass verschiedene Institutionen verschiedene Bedürfnisse haben. Sie erklärte die Rolle der Erstinterventionskräfte Feuerwehr, Polizei und später der Zivilschutz, oder der Kulturgüterschutz. Sie betonte weiter die Wichtigkeit der Dokumentation eines Ereignisses für die Institution und die Versicherung, und zeigte verschiedene Methoden der Objektverfolgung während der Bergung auf. Frau von Lerber lieferte wertvolle Überlegungen zum Lagerplatz für geschädigte Dokumente und zu den nötigen Personal- und Materialressourcen. Daraufhin verteilten sich die Teilnehmenden in sieben Gruppen mit verschiedenen Katastrophenszenarien, die in der Praxis denkbar sind, und machten sich Gedanken zum eigenen Vorgehen im Katastrophenfall, indem sie sich in das gewählte Szenario versetzten und ihre Institution so erkundeten. Was brauche ich als erstes, wofür bleibt mir Zeit, um es zu organisieren, was kann ich nicht machen? Bei diesen Fragen hatten die Teilnehmenden immer Frau von Lerbers Bild vom Esel im Kopf, für den die Karotte nicht weiter entschwinden, sondern näher rücken sollte, das heisst, man sollte keine Aktivitäten planen, die die Rettungszeit verlängerten oder die Objekte noch mehr schädigten. Danach wurden die erstellten Flipcharts besprochen und Frau von Lerber gab, auf die Ergebnisse der Gruppenarbeiten eingehend, wegweisende Hinweise, was in einem Katastrophenplan Sinn macht. So erfuhren die Teilnehmenden, was in der ersten Phase nach einer Katastrophe eingeleitet werden muss und können diese Kenntnisse nun vertiefen und sich zukünftig mit der Planung der nächsten Schritte der Katastrophenbewältigung auseinandersetzen.

25.09.2019: Besuch Stadtmuseum Aarau

Nach einer erfolgreichen Mitgliederversammlung durften alle Anwesenden an einem spannenden Rundgang im Stadtmuseum Aarau teilnehmen. Zunächst führte Kuratorin Daniela Nowakowski durch das Schauarchiv. Das beeindruckende Ringier Bildarchiv ist im Rahmen einer Kooperation mit dem Archiv Aargau/Staatsarchiv seit 2015 ein Teil des Stadtmuseums Aarau. Es zeigt die Zeit- und Mediengeschichte seit den 1930er Jahren bis heute. Das Archiv bietet sowohl eine digitale Bilderschau als auch ein Schauarchiv mit Originalen im ursprünglichen Kontext. Alle Arten von Beständen sind zu betrachten: Negative, Abzüge auf Glasplatten, Dias, schwarzweiss und in Farbe. Erst ein kleiner Teil davon ist bisher erschlossen und restauriert. Im Schauarchiv können praktische Probleme der Arbeiten 1:1 gezeigt werden (z.B. Essigsäuresyndrom). Ziel ist, das Archiv einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, nicht nur Spezialkreisen. Einmal pro Monat organisiert das Museum öffentliche Veranstaltungen zu diversen Themen, am 27. Oktober z.B. «30 Jahre Mauerfall: Pressefotografien im Ringier Bildarchiv». Die Idee eines «Schauarchivs» ist ein für die Schweiz neues Konzept.

Im zweiten Teil stellte Barbara Spalinger (M.A. Konservierung – Restaurierung) das Konservierungs- und Restaurierungsatelier vor. Sie fokussierte dabei auf das Spezialthema Funkbilder, die Geschichte und Entwicklung der Technologie seit dem 19. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre wurde aufgezeigt. Es folgte eine Darstellung der verschiedenen Verfahren. Die Hauptproblematik besteht darin, dass die dafür hergestellten Papiere und Beschichtungen für den kurzfristigen Gebrauch (Pressebilder) gedacht war, aber nicht für die Langzeitkonservierung.

04./05.09.2019: Schimmelpilz auf Archiv- und Bibliotheksgut

Am 4. September 2019 fand unter der kompetenten Leitung von Friederike Nithack (Masterabsolventin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Studienrichtung Konservierung und Restaurierung von Schriftgut, Buch und Graphik Hildesheim) in der Schweizerischen Nationalbibliothek zum zweiten Mal das Seminar «Schimmelpilze auf Archiv- und Bibliotheksgut» statt. Das Interesse an diesem wichtigen Thema war gross.

Nach einer Begrüssung durch Cindy Winzenried von der SIGEGS Geschäftsstelle, führte Friederike Nithack in die biologischen Grundlagen des Schimmelpilzes ein. Sie unterbreitete die notwendigen Definitionen und es folgten Ausführungen zu Wachstumsbedingungen sowie Auslösern von Schimmelpilz. Anschliessend zeigte die Referentin das Gefährdungspotenzial von Schimmel für Material und Mensch auf und machte Ausführungen zum Arbeitsschutz.

Im Praxisteil zur Erkennung von Schimmel hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, mehr zum Umgang damit zu erfahren. Konkret wurde etwa aufgezeigt, wie korrektes Desinfizieren und Einkleiden funktioniert. Das Engagement der Teilnehmenden in der Praxisrunde zeigte, dass Schimmelpilz ein Thema ist, das bewegt. Anhand von vielen Fotografien konnten die Kursteilnehmer darüber diskutieren, ob ein Objekt bereits von Schimmel befallen ist und in welcher Stufe.

Die Stimmung an der Veranstaltung war sehr gut und es blieb auch Zeit zum Schmunzeln: So fragte ein Herr in die Runde, ob er denn bei einer verschimmelten Marmelade weiterhin einfach den Schimmel abschaben und den Rest genüsslich verzehren könne – die Kursleiterin riet davon ab.

Im abschliessenden Theorieteil ging Frau Nithack auf die Behandlung von Schimmel und die Schimmelprävention ein.

Nach dem 1. Teil am Vortag fand am 5. September 2019 der 2. Teil des Seminars «Schimmelpilze auf Archiv- und Bibliotheksgut» unter der Leitung von Friederike Nithack statt. Die SIGEGS durfte in der Schweizerischen Nationalbibliothek sogar noch einige Teilnehmer mehr begrüssen als am Tag zuvor.

Im ersten Theorieteil referierte Frau Nithack über die wichtigsten Methoden, um Schimmel zu messen. Es wurde deutlich, dass je nach Fragestellung eine andere Methode geeignet ist. Die am weitesten verbreitete ATP/AMP-Messung eignet sich gut vor und nach einer Schimmelbehandlung. Sie ist relativ einfach anzuwenden, misst aber nicht Schimmel, sondern Zellenaktivität, welche nicht nur durch Schimmel verursacht wird. Ist man sich allerdings nicht sicher, ob es sich tatsächlich um Schimmel handelt, braucht es ein Mikroskop zur Identifikation (z.B. Klebefilmpräparat).

Als die Teilnehmenden dann die Messmethoden praktisch anwendeten, zeigte sich, wie wichtig der Austausch unter den Experten ist – denn die Schwierigkeit bei den Tests liegt vor allem darin, die Ergebnisse zu interpretieren. Offizielle Schwellenwerte existieren nicht, nur Erfahrungswerte, jeder Fall muss einzeln beurteilt werden.

Danach wurde aufgezeigt, wie zentral das Klima für den Schimmel ist. Frau Nithack illustrierte die Wechselwirkungen von Temperatur und Feuchtigkeit und erklärte, wie durch intelligente Klimakontrolle (Stichwort Datenlogger) und Klimasteuerung der Entwicklung von Schimmel vorgebeugt werden kann. Ebenso wichtig für die Prävention ist eine gute Reinigung. 

23.05.2019: Besuch Glarner Wirtschaftsarchiv

Im Rahmen der Reihe Konservierungssituation Schweiz organisierte SIGEGS am 23.05.2019 einen Besuch im Glarner Wirtschaftsarchiv. Die Teilnehmenden wurden vor dem Gebäude auf dem so genannten Mühleareal – einer quasi Halbinsel – im Industriegebiet von Frau Dr. Sibyll Kindlimann in Empfang genommen. Frau Dr. Sibyll Kindlimann, die Leiterin des Wirtschaftsarchivs, deren Mutter aus der Dynastie der Firma Blumer, einer Druckfirma, entstammte, führte uns mit viel Enthusiasmus durch die Stationen des Glarner Wirtschaftsarchivs. Den Start machten wir bei den Holzmodellen. Diese zeigen allerlei Muster für den Druck von Stoffen. Diese Holzmodelle waren in der Produktion von Stofftüchern zentral. Anschliessend ging es in das Papierarchiv. Die Firma Blumer war eine der wenigen Firmen, die auch das Papier (v.a. der Schriftenverkehr und die Musterbücher) erhalten hat. Im Papierarchiv werden über 10'000 Briefe aus dem 19. Jahrhundert gelagert. Dank Abschriften der von der Firma Blumer verschickten Briefe ist der Schriftenverkehr gut nachvollziehbar. Die Briefe geben etwa Auskunft über Bestellungen, Rechnungen, Reklamationen, aber befassen sich häufig auch mit Innovationen, wie neuen Farben, Mustern etc. und sind daher wichtige Zeitzeugen. Die Korrespondenz umfasst Briefe mit Agenten aus aller Welt, so z.B. aus Bukarest, Madrid, Konstantinopel oder Amsterdam.

Anschliessend besuchten wir die Ausstellung «Glarnerland global». Hier wurde erläutert, wie sich die Glarner Wirtschaftsgeschichte vom Vieh-/ Getreidehandel über den Solddienst bis zum Textilwesen entwickelte. Auch zeigte Frau Kindlimann auf, wie durch zahlreiche Glarner Innovationen (z.B. den Batikdruck) die Wirtschaft angekurbelt wurde und damit auch neue Berufe wie der Zeichner oder Stecher entstanden. 1869 gab es im Glarnerland 22 Textildruckereien und zusätzlich 25 Spinnereien und Webereien. Rund ein Drittel der Bevölkerung lebte von der Textilindustrie. Die Firma Blumer hatte in dieser Zeit an über 50 Standorten auf der Welt eine Niederlassung oder arbeitete mit Agenten zusammen. Die angehängten PDFs geben hierzu weitere detaillierte Informationen.

Im dritten Teil der Führung zeigte uns Frau Kindlimann wie vielfältig heute die Industrie noch im Glarnerland ist. So ist etwas die Firma Resilux als führendes Unternehmen in der PET- Verpackungsbranche dort angesiedelt, die Firma Glaroform, die Hochleistungsspritzgiessformen herstellt, die Mitloedi Textildruck AG als einige der wenigen, immer noch bestehenden Textilfirmen oder aber die Kunststoff Schwanden AG, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Sicherlich allen bekannt ist die Confiserie Läderach, die ihren Ursprung im Glarnerland hat.

Merken Sie sich bitte den Mittwochnachmittag, 25.09.2019 für unsere Mitgliederversammlung im Stadtmuseum Aarau bereits heute vor.

24.01.2019: Gipfeltreffen der Nationalbibliotheksdirektorinnen

Am 24. Januar 2019 hat die SIGEGS erstmals zum «Neujahrsanlass» geladen, der dann effektiv zu einem äusserst erfolgreichen Grossanlass wurde. Der Einladung zum «Gipfeltreffen der Nationalbibliotheksdirektorinnen» sind rund 100 Personen gefolgt. Frau Cécile Vilas, Präsidentin SIGEGS, bewies sich einmal mehr als wortgewandte Moderatorin und führte gekonnt durch den Abend.

Zu Beginn erfuhr man, dass die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, Frau Dr. Rachinger, den Zugang zu Büchern über eine Pfarrbibliothek in ihrem Heimatort fand. Die österreichische Nationalbibliothek stellte sich denn auch in dieser Runde durch ihre Organisationsform als einzigartig heraus, da sie in Bezug auf die Finanzierung beim Bund ausgegliedert ist. Sie verfügt zwar über einen Staatsbeitrag, ist aber frei, eigenes Geld zu erwirtschaften. Aus der Privatwirtschaft kommend, gelingt es Frau Rachinger ausgezeichnet, privatwirtschaftliche Ansätze in die Bibliothekswelt zu übertragen: So vergibt die österreichische Nationalbibliothek etwa Patenschaften für Bücher – u.a. auch für die Originalpartitur des Mozart Requiems –, verfügt über einen Verein der Freunde der Nationalbibliothek, eine Mitgliedschaft für Firmen im Prunksaalclub oder ein Sesselsponsoring im Lesesaal. Dies alles sei der Verdienst von intensivem Networking, was auch sehr zeitaufwändig sei, so Frau Rachinger. Besonders am Herzen liegen Frau Rachinger die Erhaltung des kulturellen Erbes für spätere Generationen sowie die Vermittlung – quasi die Sicherung zukünftiger Zielgruppen.

Frau Niggemann ist von Haus aus Biologin und über verschiedene Umwege in die Bibliothekswelt gekommen. Seit 10 Jahren ist sie als Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek mit Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main erfolgreich tätig. Privat liest sie mit Vorliebe Romane – Sachbücher eher seltener – und zu ihren Favoriten gehören Günther Grass und Doris Lessing. Auch erfährt man, dass sie ein Fan von Kinderbüchern ist. Mit einem langjährigen Anteil von über 70% Frauen ist die Deutsche Nationalbibliothek in Sachen Frauenförderung ein Vorzeigebeispiel. Eine Besonderheit der Deutschen Nationalbibliothek ist auch, dass diese als Private-Public-Partnership von den Verlegern gegründet wurde. Zudem erfährt man von Frau Niggemann, dass in Deutschland im gesetzlichen Auftrag stehe, dass das Original so lange als möglich zu erhalten sei. Man digitalisiert aber natürlich präventiv. Als grösste Herausforderungen beim Digitalisieren sieht sie das rechtzeitige Erkennen der Hinweise auf Zerfall bei Tonträgern (v.a. bei Kassetten und CDs) sowie die periodisch anfallenden Migrationen durchzuführen. Last but not least ist die Deutsche Nationalbibliothek, als eine der weltweit grössten Bibliotheken, einzigartig in Sachen Neuzugängen: Bis zu 4000 sind es pro Tag! Dies zeigt auch, dass es um eine quasi «industrielle» Bewältigung der Erschliessung und Erhaltung geht.

Frau Doffey studierte Archäologie und gelangte über verschiedene Stationen bei Kantons- und Universitätsbibliotheken 1991 zur Schweizerischen Nationalbibliothek, wo sie seit 2005 als Direktorin amtet. Ein Buch, welches sie besonders geprägt hat, ist «Le Deuxième Sexe» von Simone de Beauvoir. Die Besonderheit der Schweizerischen Nationalbibliothek sei der Auftrag, alle helvetischen Publikationen zu sammeln und Folge dessen habe man eine vollständige Sammlung. Einzigartig sei auch, dass in der Schweiz die Heimausleihe möglich sei. Typisch schweizerisch ist es nicht etwa so, dass die Schweizerische Nationalbibliothek eine Leadership Rolle habe, nein, die Kultur und damit auch das Bibliothekswesen sei Sache der Kantone. Analog zu Deutschland ist die Erhaltung auch im Schweizer Gesetz verankert. Aus diesem Grund investiert man in der Schweizerischen Nationalbiblio-thek viel in dieses Thema. In Sachen Papier äussert sich dies in Massenentsäuerungsprozessen, aber gleichermassen wichtig sei auch die frühzeitige Erkennung von Zerfällen bei Musik und Film-Dokumenten. Frau Doffey sieht die Digitalisierung folglich auch als eine Form der ergänzenden Erhaltungsstrategie.

Das diskutierte Themenspektrum war äusserst breit: Von den «Strategien und Visionen» der nächsten Jahre über die Organisation der Erhaltung / Konservierung bis hin zu den unterschiedlichen Vermittlungsaktivitäten. Hier zeigte sich, dass die drei Nationalbibliotheken in ihren Grundaufträgen zwar sehr ähnlich sind, doch ist jede der drei Bibliotheken ein «historisch gewachsener Betrieb» mit ihnen zugeteilten Institutionen (z.B. Literaturarchiv, Haus der Geschichte, Deutsches Musikarchiv).

Zum Schluss fragte Frau Vilas die Direktorinnen nach ihrem Wunsch für die Bibliothekswelt: Frau Rachinger äussert einen zweifachen Wunsch: Sie möchte die virtuelle Bibliothek stärken, aber auch physisch muss es weitergehen. Sie ist sogar der festen Überzeugung, dass es die offline Bibliothek noch lange geben wird, denn diese befriedige eine Sehnsucht der Menschen, in Ruhe zu arbeiten und «real» auf andere Menschen zu treffen.

Frau Niggemann hält fest, dass Bibliotheken immer erst im Fokus stünden, wenn etwas passiere (z.B. Wasserschaden, Brand). Sie wünscht sich zukünftig mehr Wertschätzung für die Arbeit in den Bibliotheken und eine Verschonung von schlimmeren digitalen Katastrophen. Frau Doffey möchte inskünftig die Forschungskapazität stärken und sieht im Umbauprojekt der Schweizerischen Nationalbibliothek eine «Chance, neu zu denken».


23.10.2018: Besuch der Cinémathèque suisse – Einblicke in die Abteilungen und Sammlungen des Departments Non-film

Nach einer kurzen Vorstellung der vier Abteilungsleiter/innen des Departments Non-film – Bibliothèque/médiathèque, Archives papier, Iconographie et appareils cinématographiques und Conservation-restauration – und einer kleinen Einführung zur Geschichte der Institution, folgte die Besichtigung und die Vorstellung unterschiedlicher Herausforderungen des Archivalltags: die Digitalisierung, die Inventarisierung dokumentarischer Dossiers oder die Konservierung gemischter Beständen, welche unterschiedliche Objekte und Materialien beinhalten können und oftmals alle Abteilungen und Departments miteinbeziehen. Auch die Problematiken bei der Erfassung und Umlagerung der sehr umfangreichen Plakatsammlung sowie die Aufgaben des Restaurierungsateliers wurden anschaulich erläutert.

Bei der anschliessenden Führung durch die neuen unterirdischen Depoträume, konnten die Besucher weitere Eindrücke und Informationen zu den Sammlungen Non-film (Plakaten, Fotografien, Bilder und Dokumenten) erhalten. 

Wir bedanken uns für das rege Interesse, die Diskussionen und den Austausch und freuen uns auf ein Wiedersehen.


22. August 2018

Am 22.8.2018 fand die SIGEGS Mitgliederversammlung in der Basler Papiermühle statt. Nach dem statutarischen Teil (zu welchem die Mitglieder noch dokumentiert werden) wurde eine Führung im Papiermuseum organisiert. Im Gebäude der mittelalterlichen Papiermühle führt das Museum über vier Stockwerke durch die Geschichte des Papiers, der Schrift und des Schreibens, weiter über das Buchstabengiessen, den eigentlichen Buchdruck bis hin zum fertigen Buch. Während der stündigen Führung musste Herr Kluge (Verantwortlicher für Wissenschaft&Vermittlung) demnach gezielte Schwerpunkte setzen.  

Die erste Station war der Lumpenkeller: Hier beschrieb Herr Kluge basierend auf historischen Quellen, wie die bis Anfang des 19. Jhs. zur Herstellung von Papier benötigten Lumpen aus Leinen, Hanf oder Baumwolle beschafft und verarbeitet wurden. Pro Jahr und Basler Einwohner mussten 1.5 kg Lumpen in Form von ausgedienter Wäsche durch Lumpensammler besorgt werden. Die Lumpen wurden sortiert, gereinigt und in kleine Fetzen zerschnitten. Bevor man die Fetzen im Stampfwerk weiterverarbeitete, mussten sie im Lumpenkeller faulen. Das Faulen während 8-9 Tagen geschah in Holzfässern – ein besonders eindrücklich geschildeter und dokumentierten Vorgang.

Anschliessend durften die Besucher einem Schriftgiesser live zuschauen. In der Basler Papiermühle wurden die gegossenen Lettern von Gutenberg nachgebildet. Die grösste Herausforderung beim anschliessenden Setzen war, die Buchstaben nahe beieinander zu platzieren. 

Schliesslich reichte es noch für einen kurzen Einblick in die eindrückliche Geschichte des Basler Buchdrucks mit Exponaten aus der Basler Universitätsbibliothek. Gezeigt wurden «Meisterwerke der Botanik aus Basler Pressen». Besonders interessant war das früheste Herbar-Beleg einer Kartoffel! 

Erstaunlich war auch die Information, dass Bücher früher in Fässern von Basel nach Frankfurt transportiert wurden. Unvergesslich war für die Anwesenden das Papier schöpfen, hands-on! 

Als Dankeschön für ihre Treue wurden die Mitglieder abschliessend zum gemütlichen Apéro riche auf der Sommerterrasse eingeladen.


20. März 2018

Gut geplant ist halb gelagert – Praxiswissen zur Beschaffung von Lagersystemen: Unter diesem Titel fand die Fortbildungsveranstaltung der SIGEGS am 20. März 2018 in der Universitätsbibliothek Bern statt.

Den Auftakt machte Frau Dr. Petra Zimmer vom Franziskanerkloster Fribourg. Sie war als Leiterin von Archiv und Bibliothek für das Konzept und die Planung des Umzuges und die damit verbundene Beschaffung von Lagersystemen zuständig. In ihrer illustrativen Präsentation zeigte sie gekonnt und praxisnah auf, wie sie beim Erfassen der Bestände, bei der Informationsbeschaffung und der Auswahl der Lagersysteme vorgegangen ist. Auch die Ausführungen zu Inneneinrichtung und Finanzierung kamen nicht zu kurz. Zum Schluss zog sie Bilanz über ihr Projekt und legte dar, was sie beim nächsten Mal optimieren könnte.

In der anschliessenden Diskussionsrunde – unter der zweisprachigen Leitung von André Page, responsable section Conservation der Nationalbibliothek Bern – diskutierten neben Frau Zimmer, Frau Ulrike Bürger von der Universitätsbibliothek und Frau Anne Cherbuin von der Bibliothèque publique et universitaire de Neuchâtel über ihre Projekte der Beschaffung von Lagersystemen und deren verschiedenartige Auslöser.

Neben der Erstellung eines Anforderungskataloges, waren die Recherchen in Form von Besuchen bei anderen Institutionen über den Entscheidungsprozess bis hin zu den sogenannten Accessoires (wie z.B. Buchstützen, Leitern) Inhalt der Diskussion. Zum Abschluss betonten die Praxisvertreter, dass insbesondere der Abnahme des Projektes auch die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden soll und allfällige Mängel unbedingt eingefordert werden sollten.

Den Nachmittag liess man bei Kaffee und Kuchen ausklingen.


24. Januar 2018

Am Mittwoch, 24. Januar 2018 fand die erste SIGEGS Fortbildungsveranstaltung dieses Jahres zum Thema: «digital vs. original – Wohin des Weges?» im Franziskanerkloster in Fribourg statt. Rund 40 Personen sind der Einladung nach Fribourg gefolgt. Begrüsst wurden die Gäste von unserem Vorstandsmitglied Frau Gabriela Grossenbacher. Den inhaltlichen Start machte Professor Christoph Flüeler mit seinem Inputreferat rund um Betrieb und Nutzen der digitalen Bibliothek. Dabei legte er klar dar, dass die Finanzierung der digitalen Bibliothek eine Frage ist, die uns in den nächsten Jahren noch beschäftigen wird.

In der anschliessenden Diskussionsrunde nahm nebst Professor Flüeler Herr Dr. Florian Mittenhuber von der Burgerbibliothek Bern teil. Einleitend erklärte Herr Mittenhuber wie der Prozess der Digitalisierung in seiner Institution gehandhabt wird und betonte nachdrücklich, dass Digitalisierung nur sinnvoll ist, wenn auch die wissenschaftlichen Beschreibungen mit der nötigen Sorgfalt erfolgen (z.B. mit Informationen zur Beschaffenheit des Papiers, zum Schriftspiegel oder zu den Randnotizen). Herr Flüeler zeigte auf, dass durch Digitalisierung Spitzenwerke bis zu 3'000 mal pro Jahr konsultiert werden und legte dar, dass die Forscher «dank» Digitalisierung einfacher forschen können resp. remote Forschung betreiben können (weniger Tage vor Ort). Skeptische Stimmen waren nur vereinzelt zu hören und insgesamt entstand der Eindruck, dass es unbedingt in Richtung digital UND original gehen soll.

Offen bleiben die Schnittstellenproblematik zwischen den verschiedenen E-Systemen sowie die beschränkten Ressourcen auf Seiten der Institutionen (Trade-off zwischen Digitalisierung und Konservierung).

Frau Dr. Zimmer, die Verantwortliche für Bibliothek und Archiv, zeigte im Anschluss «ihre Bibliothek» und Frau Beate Degen führte unsere Gäste durch das Restaurationsatelier. Bei Kaffee und Apfel-Klosterkuchen wurde anschliessend über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung diskutiert.