Besuch Jüdisches Museum der Schweiz mit anschliessendem Workshop

Mitte April besuchte die SIGEGS das Jüdische Museum der Schweiz, das seit November 2025 in einem neuen Gebäude untergebracht ist. Christina Meri, Kuratorin am Museum, eröffnete die Führung in der Dauerausstellung mit einem Fokus auf historische Pergamentdokumente aus der jüdischen Kultur.

 

In der Mitte des Raumes, auf Stühlen aus dem ehemaligen Solothurner Betsaal sitzend, bot sich der Blick auf ein Toralesepult und einen Toraschrein. Entlang der Raumseite war eine zwölf Meter lange Torarolle ausgebreitet. Die einzelnen «Blätter», die jeweils drei Spalten Schrift enthalten, werden mit Tiersehnen zusammengenäht.

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Wir erhielten zahlreiche Einblicke über die Herstellung und Bedeutung dieser Schriftzeugnisse wie zum Beispiel, dass die Tora auf speziell vorbereitetem Pergament aus der Haut koscherer Tiere mit Tinte beschrieben wird von einem speziell ausgebildeten, religiös geschulten Schreiber, der gewisse Vorschriften genau kennt und einhält.

Der anschliessende Workshop bot die Gelegenheit, ausgewählte nunmehr rituell unbrauchbare Objekte – darunter Mesusot-Röllchen, eine Esterrolle, gerollte Amulette und Heiratsurkunden – zu betrachten und zu untersuchen. Die Frage nach der Originalität einzelner Objekte führte zu lebhaften Diskussionen. Mit geschärftem Blick und grossem Fachwissen erklärten die Teilnehmenden, woran sich Fälschungen erkennen lassen und welche Merkmale für Originale sprechen.

 

Der Anlass zeigte einmal mehr, wie bereichernd der Austausch zwischen Expertinnen und Experten ist – und dass dieser idealerweise auch über die Veranstaltung hinaus weitergeführt wird.

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