- 27. mai 2026
Besuch Zentralbibliothek Zürich
Im Rahmen der SIGEGS-Fortbildungsveranstaltung in der Zentralbibliothek Zürich begrüsste Dr. Stefan Wiederkehr, Leiter des Bereichs Spezialsammlungen und Digitalisierung, die Teilnehmenden. In seiner Einführung stellte er die Handschriftenabteilung innerhalb der ZB Zürich vor und erläuterte die verschiedenen Spezialsammlungen, zu denen neben Handschriften auch Alte Drucke, Karten und Musiknoten gehören.
Anschliessend führte der stellvertretende Leiter der Handschriftenabteilung Rainer Walter die Teilnehmenden in einem abwechslungsreichen Rundgang durch die spannende Sammlung. Anhand mehrerer thematisch gestalteten Vitrinen mit sorgfältig ausgewählten Exponaten spannte er einen Bogen von den Anfängen der Buchgeschichte bis hin zu Beispielen aus der Alltagskultur des Mittelalters.
Gezeigt und vorgestellt wurden unter anderem Schriftrollen, reich verzierte Esterrollen, Wachstafeln, Papyrusfragmente sowie eindrucksvolle Codices. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung der Schriftgeschichte – von vorkarolingischen Handschriften über die karolingische Renaissance bis hin zu frühen Drucken, die zum Teil bewusst wie Handschriften gestaltet wurden. Dabei wurde sichtbar, wie sich Schriftformen im Laufe der Zeit verändert haben und welche Zeichen bis heute erhalten geblieben sind.
Ebenso wurde der Unterschied zwischen Originalen und Faksimiles anhand eindrucksvoller Beispiele gezeigt, darunter die reich illustrierte „Aurora Consurgens“ sowie die zierlichen «Züricher Liebesbriefe». Es wurde dargestellt, wie die Möglichkeiten und Grenzen von Faksimiles sind und im Gegensatz dazu der Informationsreichtum von Originalhandschriften praktisch veranschaulicht.
Den Abschluss bildeten interessante Handschriften von Heinrich Bullinger und Heinrich Zwingli und ein eindrucksvoller Portolan-Atlas mit sehr gut erhaltenem Lederschuber. Der Atlas von 1321 enthält Seekarten, die auf Pergament gezeichnet wurden, mit Verzierungen aus Blattgold und Tusche. Die Karten sind auf Holztafeln aufgezogen. Er ist, wie viele weitere interessante vorgestellte Schriftstücke, digital auf www.e-manuscripta.ch und www.e-rara.ch verfügbar.